Liebesgedicht. Jörg Fauser

 

„Als wir uns liebten, liebten wir uns selbst nicht. Als wir uns den Krieg erklärten, gaben wir uns schon verloren. Als wir geschlagen waren, bemühten wir die Geschichte. Als wir allein waren, übertönten wir sie mit Musik. Als wir uns trennten, blieben wir am gleichen Ort.

So lagen wir uns bald wieder in den Armen und nannten es ein Liebesgedicht, aber kein Liebesgedicht erklärt uns die Angst vor der Liebe, und warum der Himmel so blau war als wir uns trafen, und warum er immer noch blau sein wird wenn wir sterben werden, du für dich, ich für mich.“

 

 

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2 Kommentare

  1. Mir gefällt dieses sogenannte Liebesgedicht eines Autors, den ich erst jetzt besser kennen lerne,
    weil er Klarheit bringt, die rosarote Brille wegnimmt und die sogenannte Liebesromantik entkitscht.

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