Aschenputtel 2.0 – Die Tinderella-Story

Mädels, was ist nur los mit uns? Tinder. Echt jetzt?

Anstatt uns am Wochenende in einer Bar irgend einem x-beliebigen Kerl an den Hals zu schmeissen und auf die große Liebe oder zumindest eine heiße Nacht zu hoffen, sitzen wir auf der Couch und sortieren auf einer Handy-App Männer aus. Ich komme mir vor wie Aschenputtel 2.0 beim Onlineshopping 2.0. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Und so viele schlechte Kerle sind auf der Dating-App Tinder gar nicht. „Der war nicht schlecht,“ denke ich.  Oh, zu spät, statt auf das Herz drücke ich auf das X. Bye bye. Die potentielle Chance auf den Traummann vertan.

Nächster Versuch. Ich finden meinen Arbeistkollegen hier. Statt nie im Büro reden wir jetzt manchmal im World Wide Web. Auf Distanz, jeder in seiner Wohnung, für beide ein Heimspiel. Ein Tor gibt’s trotzdem nicht, denn auch die App verhilft uns nach all den Jahren zu keinem Date. Wir schicken uns Herzen. Niedlich. Und das war’s. Also weiter Männer in den Warenkorb stecken. Ich klicke an, wer gefällt. Anprobiert wird später.

Lars, 29. Auf jedem seiner vier Fotos trägt er eine Sonnenbrille. Hat er etwas zu verbergen? Ich falle auf den Mystikfaktor herein und schenke ihm mein Herz. Im selben Moment bereue ich es, denn er findet mich offensichtlich zu unspannend. Kein Match, denn er hat mich nicht nicht angeklickt.

Thorsten, 32. Statt nur auf Fotos zu setzen, schreibt er etwas über sich. Er ist Mediengestalter und Fotograf. Warum er mir das auf Englisch erzählt, weiß ich nicht, denn er ist Berliner und nur 4 Kilometer entfernt, wie mir mein Handy verrät. Hmm, so nah. Komm, trau Dich und frag ihn nach einem spontanen Date, denn auf den beiden Fotos -ohne Sonnenbrille- sieht er echt sexy aus. Die Locken von Seth Cohen aus O.C. California und den Style von Chuck Bass aus Gossip Girl. Ran an den Speck. Ein MATCH! Jetzt finden Seth und seine Summer auch im wahren Leben zusammen, denke ich. Doch Tinder-Thorsten will sich „nur nett unterhalten“, fürs Ausgehen ist er „zu träge“. Tolle Wurst. Oder in Summers Worten: „Iiiiuh!“

Alexander, 30. Ist zu schön um wahr zu sein. 1,90 m, sieht im Neoprenanzug am Meer genauso gut aus wie im biederen FDP-Parteitag-Hemd. Das weiß er auch und stellt auf seinem Profil gleich die Anforderung: „Amuse me, don’t just write ‚Hi‘ „. Bevor ich „Würg“ schreibe, mach ich das Handy aus und kuschele mich in meine pinke Wolldecke. Ohne meinen Traummann.

Meinen gläsernen Schuh auf dem Ball konnte ich bei diesem Ausflug als moderne Cinderella im Märchenwald Dating-App gar nicht erst verlieren. Denn zu einem Treffen kam es gar nicht. Mit keinem der 32 (!) angeklickten Internetprinzen. Da soll mal noch einer sagen, ich bin wählerisch. Jetzt switche ich erstmal vom Männershoppingportal zum Kleidershoppingportal, bestelle mir  den Lederrock, der seit Wochen auf den Klick „Kaufen“ wartet, und gehe darin auf Männerschau. Im realen Leben. Ciao Tinder.

 

Für alle, die Summer Roberts aus O.C. California noch nicht kennen. Oder für die, die sie einfach lieben. "Ew"!

Für alle, die Summer Roberts aus O.C. California noch nicht kennen. Oder sie einfach lieben. „Ew!“

http://www.youtube.com/watch?v=G0oDyRNk0Ck

 

 

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