Wir tanzen zu dem Beat vom längst vergessenen Liebeslied

Bildschirmfoto 2015-06-08 um 20.01.32

Blackbox. Darin tanzen wir. Immer und immer wieder zu demselben Song

Ich flirte, ich lache, ich tanze. Eigentlich geht‘s mir gut. Im Leben generell. Auf dieser Feier speziell. Doch dann kommt dieses Lied.

Unser Lied.

Zu dem WIR gelacht, WIR getanzt haben. In der Küche beim Mehlknödelkochen, auf dem Sofa beim Omas Chenet-Wein süffeln.

„You are like the sun. And I am earth. Together we are one“.

Ich bin mit vielen auf der Tanzfläche. Aber plötzlich allein. Durchs Ohr ins Herz: Seitdem Du weg bist, bin ich nichts mehr. Ein einsamer Stern, völlig losgelöst, der planlos im Weltall schwirrt. Oder auf der Tanzfläche. Erlischt. Alone you are nothing. Aber das singt die Band Moving Mountains nicht.

Weitertanzen. Links, rechts. Wie damals in der Küche beim Mehlknödelkochen.

Im Takt bleiben. Dann merkt niemand, dass der Kloß in deinem Hals immer größer, die Krokodilsträne in deinem Auge immer praller wird. Da, da kullert sie. Diese Melancholie ist selbst für sie zu schwer. Sie zieht runter. Wie dieses Lied. Das zieht mich runter. Scheiss Vergangenheit.

Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, wenn wir all diese schönen gemeinsamen Momente nicht erlebt hätten. Dann wüssten wir nicht, was fehlt. Dann wäre Lied Lied, hätte keine Bedeutung. Es wäre einfach nur da. Dann wärst Du Du, hättest keine Bedeutung. Es wäre egal, dass Du nicht mehr da bist.

3:23. Das Lied dauert 4:13 Minuten. Weitertanzen. Links, rechts. Wer macht so einen Song auf einer Feier an?!

Ach ja. Ich. Manchmal zieht es einen eben in die Vergangenheit. Weil in der Gegenwart etwas fehlt. Du.

„You are like the sun. And I am earth. Together we are one.“

Ich tanze weiter. Links, rechts. Bald hört es ja auf.

Das Lied.

Verdammt. Repeat.
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6 Kommentare

  1. Und weil Evelyn, sonst nicht Evelyn wäre. Und weil das Leben nur bunt ist, wenn mann/frau in allen Farben malt. Fühle mit dir.

  2. Oh ja. Das kenne ich zu gut. Diese Lieder, die einen in seiner Seele an den anderen erinnern. Plötzlich wird man still und nachdenklich, traurig und will weghören oder ausschalten. Es gab Tage, da hab ich wirklich ausgeschaltet- ich konnte es nicht ertragen. So langsam geht es, Schritt für Schritt, jeden Tag etwas besser.

  3. …und plötzlich ertappt man sich selbst dabei, dass man in jedem fremden Gesicht dieses eine bestimmte sucht…doch je weniger erfolgversprechend, umso mehr wird bewusst, dass es keinen anderen für einen zu geben scheint…das Herz unendlich schwer, der Kopf funktionsunfähig…ein stummer Schrei:“ich ertrag es nicht mehr!“

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