An so einem Sonntag im Herbst

 

Im Vorübergehen sehe ich dieses Paar. In unserem alten Café. Brunch mit Sekt. Wie wir damals. An einem Sonntag im Herbst.

Und auf einmal bist du wieder da und diese Erinnerung.

Das Leben ist weitergegangen, aber die Straßen und Cafés sind dieselben geblieben.

Wir sind weitergegangen, aber an so einem Sonntag im Herbst bleibe ich stehen. Drücke die Nase an der Scheibe platt, glotze eine alte Liebesschnulze. Die von uns in Neubesetzung. Remake. Weil sonst nix anderes läuft.

Machen die das besser als wir? Sehen sie glücklicher aus als wir damals? Wird bei denen auch bald Schluss sein?

Ist denen jetzt egal. Sie wissen nicht, was kommt. JETZT zählt. Der Sekt. Das Lachsbrötchen. Der Kaffee.

Er streicht ihr eine Strähne hinters Ohr, sie lächelt. Ich auch.

Das Leben ist weitergegangen, wir sind weitergegangen. Du bist mir einen großen Schritt voraus. Ich werde dich nicht mehr erwischen, nicht in dieser Liebesschnulze und in keiner anderen.

Alle gehen nach vorne, nur ich bleibe manchmal stehen. Und blicke hinter mich. Oder eben in dieses Café. Sehe uns.

Und doch frage ich mich, ob du auch schon mal ins Stocken gekommen bist, deine Schritte immer langsamer wurden, und dein Blick, bevor du es gemerkt hast, kurz nach links gehuscht ist. Zu diesem Café.

Und uns gesehen hast. Und gelächelt hast. An so einem Sonntag im Herbst. Hast du?

  

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