Wie man auf Tinder alles falsch macht

Nein, ich habe nicht zurückgeschrieben. Dem Tinder-Typen, dessen erste Frage war, ob wir Sex haben wollen.

Sex: ja, mit dir: nein. Bevor ich ihm die Website eines Escorte-Services schicken konnte, hatte er unsere Chat-Verbindung gelöscht. Er hat es geschnallt, die Tinder-Flamme ist erloschen, bevor ein Funke überspringen konnte. Funkstille bedeutet in diesem Fall: Stille, wo kein Funke ist.

Was mache ich falsch in dieser virtuellen Single-Welt?

Ich gehe die Sache erneut an. Zwar mit altem Tinderella-Prinzip: die Guten ins Töpfchen (in der App nach rechts wischen), die Schlechten ins Kröpfchen (nach links wischen). Aber dieses Mal werde ich die falschen Prinzen in meinem Online-Märchen wirklich vorher aussortieren.

Ein neues Match. Eine neue Hoffnung. Sein Satzbau lässt wie so oft hier zu wünschen übrig. Die virtuelle Welt ist eine ohne Gesetze, also auch ohne die der Rechtschreibung und Grammatik. „For what use tinder?“ („Warum nutzt du Tinder?“), schreibt Fabi, 28, Modeltyp. Ich teste seinen Humor und antworte in seiner Sprache, also unvollständigem Englisch: „Get married, have kids“ („Ich möchte heiraten und Kinder kriegen.“), tippe ich ins iPhone.

Es vibriert an diesem Abend nicht mehr. Keine neuen Nachrichten von Fabi. Das war‘s. Der kürzeste Chat aller Zeiten. An einem Donnerstagabend in Berlin. Mann, Männer! Okay, in jedem Scherz steckt ein Fünkchen Wahrheit. Oder zwei. Aber dieser Spruch musste raus.

Tinderella-Story beendet. Cinderella-Story geht weiter. Im wahren Leben. Bis das Märchen wahr wird.  

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3 Kommentare

  1. Ich habe mir Tinder auch mal angesehen, nachdem meine Berliner (!) Freundin mich dafür zu begeistern versuchte. Für mich kam Tinder schon deswegen nicht infrage, weil es ausschließlich über die Verlinkung zu einen Facebook Account läuft. Tja, damit kommen Tinder und ich nicht zusammen, denn Facebook nutze ich aus Prinzip nicht. Ich bin durch und durch ene Gesichtsbuch-Gegnerin. 😉 Zudem habe ich bei meiner kurzen Beschäftigung mit Tinder den Eindruck bekommen, dass es dort überwiegend um den möglichst zwanglosen Austausch von Körperflüssigkeiten geht. Und das ist mir – mit Verlaub – zu oberflächlich. Früher – soll heißen in jüngeren Jahren – hätte mich das vielleicht gereizt, das gebe ich gern zu, aber heute – mit 48 – wünsche ich mir mehr als „nur“ Sex, bzw. die schnelle „Rein-Raus-Nummer.“ Aber in meinem biblischen Alter bin ich vermutlich auch nicht mehr die primäre Zielgruppe von Tinder und ähnlichen Smartphone-Apps. *Seufzt.*

  2. Kaum zu glauben, aber selbst ich „tindere“ gelegentlich. Wollte es eigentlich nur mal ausprobieren, um zu sehen, wie das denn so ist. Als frischgebackener Single will man natürlich seinen „Marktwert“ herausfinden 😉
    Aber wirklich vom Hocker reißt mich das Ganze nicht. Hin und wieder ist es ganz witzig – ein paar lustige Konversationen gab es da schon – aber im Großen und Ganzen raubt es den ganzen Charme des ersten Kontakts, des Kennenlernens. Jemandem in die Augen zu sehen ist was ganz anderes, als auf den Bildschirm zu starren und auf eine Antwort zu warten. Persönliche Gespräche laufen da viel spontaner ab, finde ich, und die Körpersprache kann man mit Emoticons auch nur schwer imitieren 😛
    Außerdem hasse ich es, mit dem Smartphone zu schreiben 😉

    LG,
    VTT

  3. Tinder als schöne Ablenkung wenn das Leben mal wieder scheiße ist… Aber das war es dann auch schon! 🙂 Cinderella > Tinderella!!!

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