Der Tag, an dem ich ihn vergessen habe 

 

 

Der iPhone-Wecker klingelt, ich mache ihn aus. Der Wecker klingelt nochmal, ich mache ihn wieder aus. Viermal wiederholt sich der Vorgang. Viermal schlafe ich wieder ein. Dann mache ich den Wecker aus. Und stehe auf. Endlich.

Ich gehe in die Küche, mache mir Kaffee. Mit Karamell-Geschmack. Geschenk von meiner Freundin Alina. Und Milchschaum. Lecker. Hab‘ Spätdienst, heißt: ich habe noch ein bisschen Zeit.

Ich multitaske Zeitung lesen, Big Bang Theory gucken und Kaffee schlürfen. Von allem bekomme ich was mit. Putin ist immer noch bescheuert. Big Bang Theory ist immer noch nicht lustig, Kaffee kleckere ich auf meinen Schlafanzug. Hups. Egal. Muss eh los. Umgezogen, zur Arbeit gegangen.

Da sind alle nett, wir lachen viel, es gibt nicht zu schlimme Nachrichten. So könnte es immer sein.

Abend. Ich gehe ins Fitnessstudio. Schummle und falle auf, weil ich nicht alle zehn Klimmzüge packe. Ist mir aber egal. Endorphine wurden schon freigesetzt. Bin zufrieden. Wechsle zum Yoga, chill lieber noch ’ne Runde. Ommm. Einatmen, ausatmen. Fühlt sich so leicht an. Duschen, fertig, heim.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Weil so der erste Tag abgelaufen ist, an dem ich nicht an ihn denken musste. So herrlich banal. Einfach prima. Davon will ich mehr.

Das Leben ist wieder schön. Ich bin okay. Ich bin wieder normal.

Jetzt gehe ich schlafen. Und träume. Am nächsten Morgen kann ich dann ausgeschlafen aufstehen. Direkt. Ohne viermal Wecker aus und weiterpennen. Denn jetzt weiß ich ja, dass ich nichts mehr zu befürchten habe. Alles wieder normal. Ein Traum.

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7 Kommentare

  1. Wenn es denn anhält. Funktioniert bei mir leider immer noch nicht. LG.

  2. Der Kopf macht manchmal, was er will. Kenne das selbst. Trennung ist nicht einfach. Die Zeit danach noch viel schwieriger. Es ist so schön, wenn der Kopf dann frei wird…

  3. so eine tollen Tag hatte ich auch letztes Jahr, du sprichst mir aus der Seele! Weiterhin viel Erfolg beim vergessen und Freisein!

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