Endlich angekommen. Aber jetzt muss ich wieder weg

 

Mein Dienstplan aus Berlin kommt per Mail. Ein Freund schreibt, was er mit mir die nächsten Tage unternehmen will. Wenn ich wieder da bin. In Berlin.


Meine Kollegin fragt, ob ich meinen Koffer schon gepackt habe und ob sie mich übermorgen an den Flughafen fahren soll.

Übermorgen also. Dann ist es vorbei. Mit L.A.

Und dann fühlt sich alles auf einmal ganz komisch an.

Zu viele Hinweise. Auf das Unwiderrufliche. It was all a dream. Ich muss wieder zurück nach Deutschland.

Wenn mich jetzt jemand nur mit der Fingerspitze antippt, zerbreche ich, denke ich. Klirr. So sensibel, als hätte ich keine Haut mehr. Kein Schutz.

Hier stehe ich also in meinem Garten in Los Angeles, realisiere, dass die letzten fünf Monate ein Traum waren, ein Traum, der gleich zerplatzt. Peng!

Kein Surfen, keine Palmenalleen, kein „cute“, „amazing“, „wonderful“. Selbst das finde ich mittlerweile „wonderful“.

Also bewege ich mich langsam und unauffällig. Auf Zehenspitzen. Damit eben nichts kaputt geht. Weder ich noch der Traum. Kein Peng und Klirr.

Damit niemand hört, wenn ich ins Bad gehe, um mal kurz alleine zu sein. Tür zu, Welt draußen. Aber ich bin noch da. Ich mit diesem Pazifik an Emotionen, von dem ich nicht weiß, woher er kommt, wohin er will, was er bedeutet.

Peng. Klirr.

L.A.-Traum geplatzt, ich zerbreche. Der Pazifik an Emotionen läuft gerade über mein Gesicht. Ich kann nichts dagegen tun.

Trennungsschmerz. Ich hasse nichts mehr als Abschied zu nehmen. Und jetzt muss ich es schon wieder tun.

Ich war doch angekommen.

It was all a dream.

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4 Kommentare

  1. Eine meiner schönsten Erfahrungen: Ankommen bei mir selbst. Ist das einzige, was alles überdauert und, wo es keinen Abschied braucht. Wenn ich erstmal bei mir angekommen bin, kann ich überall hin und von überall wieder weggehen … Ich empfehle dir Zen-Meditation. Liebe Grüße

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