Männer, die zu faul für eine Beziehung sind

 

salvation mountain, loveletter

Auf einen Liebesbrief von Mr.Lazy kannste lange warten (Foto: Salvation Mountain Kalifornien)

Es gibt Männer, die eine Freundin haben, die allein reicht ihnen aber nicht. Dann gibt es Männer, die wir wollen, die uns aber nicht. Dann gibt es die, die uns wollen, wir sie aber nicht. Kompliziert.

Noch komplizierter: Denn dann gibt es noch diese Spezies hier: die Männer, die zu faul für eine Beziehung sind.

Sie lassen einen wissen, dass sie gerade in deiner Stadt sind. Sie schreiben: „Hey, ich bin ganz in deiner Nähe.“ Nennt mich verrückt, aber eine Reaktion könnte doch sein: „Cool, dann treffen wir uns!“

Falsch. Die Prognose ist zu futuristisch. Zu viel Aktion gefordert. Diese Gruppe Männer lebt nur im Hier und Jetzt, niemals in der Zukunft. JETZT fiel ihm ein, dass er eine Frau in der Stadt kennt, in der er gerade ist, Berlin. Das verfasst er in einer Whatsapp-Nachricht. 3,2,1. Versendet. Mitteilung weg, Gedanke an die Frau weg. UND DAS WAR’S. Mehr wird nicht passieren. Auf dieses crazy Angebot folgt keine Antwort mehr.

Präsens statt Futur. Das Leben von Mr. Lazy ist eine Momentaufnahme. Snapchat statt Polaroid. 10,9,8… weg.

Das ist echt anstrengend. Diese Männer sind sich selbst zu langweilig. Schlafen ein im Gehen. Es ist schon ein Wunder, dass sie es jeden Tag zur Arbeit schaffen. Wobei – wissen wir das so genau?

Und deshalb rechnen wir es ihm umso höher an, wenn er sich mal meldet oder es sogar zu einem Treffen kommt: Weil wir wissen, es ist ein Jahrhundertereignis. Das kommt nicht so schnell wieder. Zugreifen.

Man könnte es einfach sein lassen. Das mit ihm. Hätte man nicht das: dieses eine gemeinsame Foto von diesem einen wunderschönen Tag am See. Man sieht darauf mehr als nur einen Schnappschuss, für uns ist es ein echter Monet. Nix Snapchat. Sogar kostbarer als ein Polaroid. Immer noch nicht verblasst. Ein Gemälde. So viele Punkte an diesem Bild stimmen.

Aufwachen! Rosarote Brille abnehmen! Schauen wir genau hin, entdecken wir die Details: Es ist keine Kunst. Nur die Seltenheit macht das Bild so wertvoll. Nicht seine drei kleinen Lachfalten um den Mund.

Wollen wir jetzt wirklich wieder 1496 Whatsapp-Nachrichten abwarten, bis es zum nächsten gemeinsamen Foto kommt?

Bitte lasst es bleiben! Schickt ihm einen letzten Gruß auf Snapchat. Nach zehn Sekunden gelöscht. 10,9,8… weg. Ciao, das war`s. Vielleicht wird es in drei Monaten gelesen haben. Bis dahin habt ihr ihn vergessen. 

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3 Kommentare

  1. Die Sorte Mann will einem mit solchen Whatsapps aber auch gerne mal einen Teaser (ein Stück Fleisch) hinwerfen und gucken ob man noch anbeißt. Tut man das indem man antwortet, haben sie was sie wollen (frau ist „noch da“, sprich zeigt Interesse) und dann wird man gleich wieder zu dessen „Egon“. Kann Mann sich dann drum bemühen wenn grad mal nichts Besseres verfügbar ist. Für den Moment (hey er *trommelwirbel* ist in der Stadt) reicht das dann erstmal. Auch ein gern bemühtes Verhaltensmuster.

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