Die Vergangenheit reist immer mit

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Ich bin so weit weg. Über 10 000 Kilometer. Es ist so lange her. Mehr als nur ein Jahr.

Und jetzt sitze ich hier auf einem Sonnendeck in Los Angeles.

Und du bist auch hier.

Du und die Geschichte, die wir geschrieben haben. Ich habe immer auf ein Ende gewartet. In Gedanken dazugedichtet, wegradiert, bis endlich das dasteht: Happy End. Schöne Storys habe ich mir ausgemalt. Ich könnte aus jeder eine Kolumne machen. 52 im Jahr.

Das, was immer noch geblieben ist, ist das hier. 52 Zeilen jede Woche in der B.Z. AM SONNTAG. Und natürlich hier.

Du bist sie, diese Kolumne. Du, der eine. Und er, der andere, der weniger als eine Zeile verdient hätte. Jetzt sitze ich hier, esse mein Granola-Müsli, trinke meinen Spinat-Shake und blicke über die ganze Stadt.

Freiheit. Loslassen. Durchatmen.

Ich könnte über all das Schöne hier schreiben. Über die neuen Möglichkeiten, neuen Perspektiven, neuen Männer. Mache ich ja auch. Doch plötzlich ein Piksen in meinem Herzen. Die Erinnerung. Du.

Der Spinat-Shake hilft da nicht.

Ich brauche keine Vitamine.

Freiheit. Loslassen. Durchatmen.

Wo und wann, wenn nicht jetzt und hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Ich setze mich ins Auto, Verdeck runter, Jefferson Airplane an. „Don’t You Want Somebody To Love?“ Ja, Mann.

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Ich fahre über den Sunset Boulevard. Bis die Sonne untergeht. Sunset. Jetzt ist sie weg, du bist noch da. Ein bisschen.

Es wird vielleicht immer so sein.

Es ist okay.

Denn ich bin da. In L.A..

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