Die Liebe ist nicht da, um zu lieben

„Der ist kaputt, kann ich den zurückgeben? Ich hätte gerne alles einmal neu. Das Komplettpaket.“

Sie über ihn: „Er sieht mich nicht mehr, regt mich auf, nimmt mir die Luft zum Atmen. Er ist immer überall. Neben mir, vor mir, im Weg. Nur, wenn ich ihn brauche, ist er nicht da. Er macht mich nicht mehr glücklich. Ich hätte gerne alles neu. Alles auf Anfang. Mehr verliebt statt Alltag. Er checkt’s nicht. Er muss das doch merken.“

Schon hart, wenn man alles hat, alles läuft und alles für selbstverständlich nimmt. Selbst ihn. Seine Liebe.

Die Liebe würde meckern, sie, die Frau, im Gegenzug fragen: „Aber was machst du? Machst du ihn glücklich? Willst du ihn überhaupt glücklich machen? Er ist nicht kaputt. Er muss nicht neu. Er ist kein Küchengerät, geparkt zwischen Milchaufschäumer und Thermomix oberhalb der Einmachgläser, wo du seit Jahren neben Johannisbeergelee seine Bedürfnisse konservierst. Er ist nicht darauf programmiert, dich glücklich zu machen. Aber du, du könntest hin und wieder etwas netter zu ihm sein. Ihm das geben, was du vermisst. Ihn glücklich machen.“

Aber die Liebe meckert ja nicht. Liebe fragt nicht, sondern antwortet. Schon bald. Wenn sie, die Frau, nicht aufhört zu wollen, sondern endlich anfängt zu geben.

Die Liebe ist nicht da, um zu lieben. Die Liebe ist da, um geliebt zu werden.

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Jetzt mag ich den Regen – wegen dir

Eigentlich hasse ich den Regen. Jetzt mag ich ihn. Wegen dir.

Adalbertstraße, Kreuzberg, dein Peugeot 206. Draußen regnet es. Berlin geht unter, aber wir nicht. Denn wir sitzen drin. Dein Auto wird zum Boot. Wir schwimmen mit, tauchen ab. In unsere eigene Welt.

3.25 Minuten. So lange dauert das Lied, das du angemacht hast. Ich weiß nicht, wie es heißt, aber ich weiß, dass es ruhig war, während es draußen ganz laut war. Zumindest sah das durch die beschlagenen Scheiben so aus, auf die die dicken Tropfen fielen. Verschwommen: Rennende Menschen mit Zeitungen über dem Kopf, den Mund auf. Irgendwas rufen sie sich zu, fluchen vielleicht. Über das Sau-Wetter wahrscheinlich. Ich fluche nicht. Du fluchst nicht.

3.25 Minuten wird Berlin zum Musikvideo. Jeder Tropfen ein anderer Bildschirm mit eigener Story und passendem Soundtrack. Ich nehme die Umgebung ganz anders war.

Alles läuft in Zeitlupe. Kurz bleibt sie stehen. Jetzt. Du hältst meine Hand. Ich den Atem. Den Regen höre ich nicht. Die Scheiben sind nun ganz beschlagen. Den Regen sehe ich nicht mehr. Ich rieche das Parfum an deinem Hals. Ich spüre den Bass des Liedes, oder ist es dein Herzschlag? Ich schmecke ein bißchen Liebe.

3.25 Minuten. Ewigkeit gefangen in einem Moment. Eigentlich hasse ich den Regen. Jetzt mag ich ihn. Kreuzberg, die Adalbertstraße, deinen Peugeot, den Song, den Moment. Dich.

3.26 Minuten. Ich höre keinen Regen, ich höre immer noch das Lied, von dem ich gar nicht wissen muss, wie es heißt. Ich sitze immer noch in deinem Auto. Wenn du losfährst, fahre ich mit. Egal wohin.

Die Kommunikation zwischen Männern und Frauen ist gestört

Die Kommunikation zwischen Männern und Frauen ist gestört.

Es ist so, als wäre es gar nicht vorgesehen, dass zwischen Sender und Empfänger ein Dialog entsteht.

Das beginnt ja schon bei der ersten Begegnung und der anschließenden Analyse der Textnachrichten.

Wie beide es überhaupt geschafft haben als Paar JA zueinander zu sagen, jeder das Gleiche gesagt hat, das beim anderen genau so ankam, gleicht einem Wunder.

Denn kaum teilen sie den Lebensraum, teilen sich die Worte, die sie teilen, in anarchistische Wurfobjekte. Jeder fühlt sich angegriffen.

Wer warf den ersten Stein?

Ein Beziehungsstreit ist wie die jährliche Krawall-Demo am 1. Mai durch Kreuzberg. Oder der fast alltägliche Wahnsinn in der Rigaer Straße.

Jeder Chaot. Irgendwann weiß keiner mehr, worum es noch mal ging, aber egal, gleich liegt man sich in den Armen.

Party. Bier. Gemeinschaftsgefühl. Alles gut.

Für einen Moment.

Bis zum nächsten Mal.

Wenn er sagt: Gardasee wäre doch auch mal ganz schön.

Sie versteht: Du findest es bei meinen Eltern in Ahrenshoop also immer langweilig?

Sie sagt: Hast du an die Butter gedacht?

Er versteht: Immer mache ich alles falsch.

Dann beschließen beide: „Fahren wir im Sommer eben nicht in Urlaub“, während sie Abendbrot ohne Butter essen.

Wer warf den ersten Stein?

Stullen. Bier. Gemeinschaftsgefühl.

Irgendwann weiß keiner mehr, worum es wirklich ging und man liegt sich lieber in den Armen.

Sie: „Kap Verde soll schön sein.“ Er: „Mmhm.“

Der Zwischenmensch

Ich hatte so einen. Vielleicht auch zwei oder drei. Ich bin bin mir sicher, viele hatten so einen.

Und jetzt bin ich deiner.

Dein Zwischenmensch.

Bei bei mir war das so.

Liebeskummer.

Kein Zurück, noch kein Nachvorneschauen. Also sah ich ihn nicht. Auch wenn er immer da war. Direkt vor meiner Nase. Neben mir, vor mir, hinter mir. Meine Stütze, mein Schatten.

Er, der einfach nicht locker gelassen hat. Er, der alles wusste und trotzdem blieb. Er, der mich in den Arm nahm, wenn ich weinte. Den ich in den Arm nahm, weil er mich zum Lachen brachte. Endlich wieder.

Er war so vieles, aber dennoch nicht alles. Immer zu wenig. Denn da war kein Platz für ihn. Ich wusste ja nicht einmal wohin mit mir.

Und jetzt, jetzt bist du da. Und ich weiß, wohin mit mir.

Zu dir.

Neben dich, wenn du einschläfst, hinter dich, wenn du aufwachst. Löffelchen. Eng umschlungen. Aber nie eng genug. Ich krieg dich nicht zu greifen, du bist nie ganz hier bei mir, irgendwie immernoch bei ihr. Mein Arm ist nicht lang, dein Herz nicht weit genug.

Ich bin dein Zwischenmensch.

Zwischen dir, zwischen ihr. Zwischen deiner letzten Liebe und irgendeiner neuen.

Werde ich diese sein?

Ich, die nicht locker lässt. Ich, die alles weiß und trotzdem bleibt. Ich, die dich in den Arm nimmt, wenn du weinst. Die du in den Arm nimmst, weil ich dich zum Lachen bringe.

Endlich wieder.

Was nützt die Liebe in Gedanken?

„Sorry, dass es schon wieder nicht klappt. Nächstes Mal.“

Das hat er geschrieben. Was dahintersteckt: „Er gibt nicht auf, mich sehen zu wollen, obwohl er so viel um die Ohren hat.“

Da sind wir Frauen uns sicher, denn wir sind Meister im Interpretieren. Frauen sind die besseren Männer, weil wir sie verstehen.

Auf die Frage, wie die Party ist, auf die er uns nicht mitgenommen hat, antwortet er knapp: „Ganz okay hier.“ Unsere Interpretation: „So richtig cool wäre sie erst, wenn du hier wärst.“ Zur nächsten Party nimmt er uns also gewiss mit.

Wenn ein Mann sagt: „Ich bin nicht bereit für eine neue Beziehung“, gehen bei uns die Alarmglocken an. Denn es heißt aus unserer Sicht ganz klar: „Streng dich an, Babe, DU kannst die Auserwählte sein, die mich von meinem Liebeskummer befreit.“ Das bestätigen uns auch zwei Freundinnen. Die Einschätzung der dritten ignorieren wir, denn sie war anderer Meinung.

WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN?

Selbst wenn er schreibt: „Bis dann“ und damit meint „hoffentlich sehen wir uns bald wieder“, hat er es nicht so geschrieben. Und dafür gibt es einen Grund. Bitte nicht wieder analysieren und interpretieren. Wir können nur mit dem handeln, was er bereit ist zu geben. Wenn es nur zwei Worte sind, entsteht daraus kein Liebesroman. Selbst wenn wir noch so viel Handlung drum herumstricken.

Himbeeren. Wir könnten damit ’ne Eis-Torte machen, wissen aber nicht, wie man backt. Dreißig weitere Zutaten fehlen. Also essen wir sie doch so. Die Himbeeren.

Die Realität ist bitter. So lange es Himbeeren gibt, ist sie bloß bittersüß.

Ich verliebe mich im Minutentakt

Rosaroter Frühling in L.A.


Ich bin verliebt.

Heute morgen ist es passiert. Ich gehe aus dem Haus, mein Nachbar hält mir die Türe auf. Da, dieses Lächeln, dieses kleine Grübchen. Ist mir das jemals aufgefallen? Jetzt ja. 

Der steht auf mich. So lange hat der mich noch nie angesehen. Hätte ich ihn zu meinem nächsten Brunch einladen sollen?

Ach, zu spät. Jetzt schwingt er sich auf sein Rad. Sportlicher Typ, der Bene. Hat der Beene. Dass mir das jetzt erst auffällt. 

Jetzt ist er weg. Er radelt vorbei an meinem Café, wo ich mir ein Brötchen hole. Der Bäcker ist besonders nett. Besonders zu mir. Besonders heute. Zumindest bilde ich mir das ein. Ich flirte zurück, gebe ihm ein fettes Trinkgeld und ein noch fetteres Lächeln zum Abschied. 

Habe ich mich gerade zweimal innerhalb von zehn Minuten verliebt?

Keine Zeit nachzudenken, denn an der U-Bahn-Haltestelle wartet mein nächster Crush. Er heißt Leon, kommt aus Spanien, fragt, wie er zur Eastside Gallery kommt. Schade, dass ich weitermuss, ich würde gerne mit ihm gehen. Wir würden Händchen halten, ich würde ihm etwas über Berlin erzählen, er mir etwas über Valencia. Wir würden Selfies vor der Mauer machen und uns bei einem Klick küssen. Und beim anderen Klick verlieben. Klick. Schon passiert, als ich in der U1 sitze und Leon hinterherträume.

Ich bin optimistisch, dass ich über ihn hinwegkomme. Bis 8.35 Uhr habe ich mich dreimal verliebt. Der Tag ist noch lang. Der Mai hat gerade erst begonnen. 

Frühlingsgefühle.

Playmate für einen Tag! (Fast)

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Vor das Haus des Playboy-Gründers Hugh Hefner habe ich es schonmal geschafft


Am Frustrierendsten sind doch die Dinge, die man nicht zustande bekommen hat. Nur so halb. Fast.

► Ich hätte beinahe den Vorlesewettbewerb in der 5. Klasse gewonnen. Doch dann schlug die eine mit der Faust auf den Tisch, schaute die Jury mit aufgerissenen Augen an, als Birk Borkason vor Ronja Räubertochter in den Höllenschlund rutschte. Sie las nicht mehr, sie schauspielerte schon. Das war nicht erlaubt. Sie hat aber gewonnen. Und ich nur fast. Zweite.

► Ich habe fast ein 1er-Abi, nur vor dem Komma steht ‘ne 2.

► Ich wäre fast in den Playboy gekommen. Ich habe es aber nur auf Hugh Hefners Anwesen geschafft, nicht ins Heft.

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Yes, ich sitze an der sagenumwobenen Grotte des Playboy-Anwesens

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Ganz ungestelltes Flanieren an Hefners Pool

► Ich hätte fast ‘n Durchbruch gemacht. Dann hätte ich jetzt eine größere Wohnung.

► Ich hätte fast ein Buch geschrieben. Erstes Kapitel steht. Die restlichen 476 Seiten fehlen halt noch.

► Ich wäre mal fast mit diesem einen Typen zusammengekommen. Wir waren auch eigentlich zusammen. Jeden Tag, jede Nacht. Aber das wusste außer uns keiner. Also waren wir offiziell kein Paar, nur so halb. Fast.

Alles, was wir nur so halb geschafft haben: Wir warten darauf, dass es doch noch vervollständigt wird.

Vielleicht war es nur nicht der richtige Moment.

Irgendwann, Ying-Yang, führt das eine zum anderen, halb wird ganz.

Dann gewinne ich einen Wettbewerb, mache den Durchbruch, schreibe ein Buch, kriege diesen Mann. Oder halt ’nen anderen.

Fast wäre Birk in den Höllenschlund gefallen. Ronja rettete ihn. Mann, die Vorleserin hätte echt mal nicht so übertreiben sollen. Birk: „Räubertochter, wir sehen uns wohl mal wieder!“

Haben sie ja. Nicht nur einmal. Nicht nur fast.

…Und ich musste keine Hasenohren aufsetzen, um mich einen Tag wie ein Playmate zu fühlen. Ich kam auch so auf das Playboy-Anwesen Hugh Hefners in Beverly Hills. So kann man die Dinge notfalls auch sehen.

Der 1. Preis beim Vorlesewettbewerb war übrigens ein Buch. Meine Mama hat mir „Fünf Freunde“ dann so gekauft. Kam aufs Selbe raus.

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Inna und ich auf dem Bett in Hefners Partyhaus. Wir haben uns erst später Gedanken darüber gemacht, was hier alles passiert sein mag…

Ihr Leben ist Speed-Dating

Ihr Leben ist Speed-Dating.

Sie rast von einem Typen zum anderen. Schnell. Keine Zeit.

Ein Kerl, der war nichts, dann der nächste. Es gibt ja so viele. Zu viele. Der war zu lahm, der steckt in einer Midlife-Crisis, der hat drei Freundinnen parallel.

Laut Paarforschung begegnet man 299 Leuten, bevor man die eine 300.Person trifft, in der man mehr sieht als in allen anderen. Bis man sich endlich verliebt.

Und es hat ZOOM gemacht.

Der Weg zum Ziel ist wie das Lied von Helene Fischer: ein Marathon. Die Suche nach dem Richtigen für viele wie ein Konzert von Helene: eine Tortur.

Je länger der Weg desto geringer die Hoffnung auf die Liebe. Zweifel an Theorie 300.

Denn sie ist erst bei 189. Und zählt und zählt, und datet und datet. NIX. Kein Traummann.

Die Augen weit auf, immer nur in eine Richtung. Scheuklappen.

Sie ist auf der Suche.

Sie sollte damit aufhören.

Gelassen sein, sich zurücklehnen. Chillemille.

Denn wenn die Paar-Theorie stimmt, laufen schließlich genügend Männer da draußen herum, von denen sie die Nummer 300 sein könnte.

Warum sich die Mühe machen zu suchen, wenn man doch einfach gefunden werden kann?

Sie kann von dem Richtigen nicht entdeckt werden, wenn sie ständig auf Dates mit den Falschen hängt.

Wenn die Theorie denn stimmt. Und wenn nicht, umso besser. Dann sollte sie erst recht gelassen sein.

Denn vielleicht war es ja schon Nummer drei. Oder 188. Sie hat es nur nicht gecheckt.

Scheuklappen.

Ihr Leben ist Speed-Dating, dabei rennt sie der Liebe davon. 

Das sagen die Karten über die Liebe

Gute Nachricht: Es gibt ihn. Den Mann, mit dem ich glücklich werde.

Schlechte Nachricht: Ich sehe ihn nicht.

Das ist nicht seine Schuld. Meine. Ich bin viel zu sehr mit mir beschäftigt, schaue zu oft zurück statt nach vorne. Ich muss raus aus dieser Sichtweise, mein Leben von oben betrachten.

Und dann, dann sehe ich klar. Und dann, dann sehe ich auch ihn.

Den Mann. Den es wirklich gibt. Der schon da ist. Er steht auf der anderen Seite einer Wand. Wie bei Rudi Carrells „Herzblatt“.

Diese Informationen prasseln in den ersten zehn Minuten auf mich ein, in denen ich bei ihr sitze: der Kartenlegerin. Ich dachte, ich gebe mein Schicksal mal anderen in die Hand.

Beziehungsweise: Wenn es nach ihr geht, liegt das Schicksal ja weder in meinen noch in ihren Händen. Es liegt vor mir, aufgeteilt in 32 Karten. Eine sticht mir ins Auge. Genauer gesagt einer. Der König mit dunklen Haaren. Über ihm ein rotes Herz. Liebe. Da ist sie.

„Wann?“, frage ich immer wieder. Sie zeigt auf einen Wald von Piks, die zwischen mir und meinem Prince Charming liegen. Verstehe. Da muss ich mich also durchkämpfen. Durch den dornigen Pik-Wald. Ist ja wie im Märchen. Nur, dass ich zu ihm reiten muss und nicht umgekehrt. Die Zeiten haben sich geändert.

Doch solange es zum Happy End kommt, ist’s mir egal. Reiten kann ich. Vielleicht kann er alles andere.

Perspektivenwechsel hilft: Von oben sehe ich die Piks schon verschwinden. Wie eine Wand, die zur Seite geht: „Und hier ist Ihr Herzblatt“.

Das ist die Methode zum Glücklichsein

Vielleicht ist aber auch einfach alles egal. Wir können unsere Zukunft eh nicht beeinflussen.

Also machen wir uns doch einfach weniger Gedanken.

Und leben im Hier und Jetzt. Und zwar JETZT.

Nee, ich werde nicht esoterisch. Ich werde auch keine Umschulung zur Yoga-Lehrerin machen. Ich atme einfach nur tief ein und aus. Und das Ganze nochmal von vorne. Bis ich das Gefühl habe, nicht mehr zu ersticken.

Ganz ohne Yoga-Matte. Da, wo ich gerade bin. Und dann mache ich die Augen wieder auf. Die hatte ich nämlich die ganze Zeit geschlossen. Und jetzt schaue ich genau hin. Ich meine richtig. Wann habt Ihr Fremden auf der Straße zuletzt in die Augen geblickt, sie wirklich wahrgenommen? Ich sage freundlich „Guten Tag“.

Wie kann ich erwarten, dass die Welt mich anlächelt, wenn ich sie nicht anstrahle?

Ich bin der Überzeugung, dass es jetzt heller ist. Doch doch, hier kam gerade die Sonne kurz raus. Vielleicht muss ich ja nicht dauernd nach L.A. Vielleicht sollte ich viel mehr L.A. sein. Mehr strahlen. Wie die Sonne da. Vielleicht wird ja dann auch hier alles gut. In Berlin. Oder wo ich auch gerade bin.

Ich atme immer noch ein und aus und denke immer noch ziemlich wenig nach. Das klappt. Für diesen Moment ist alles gut. Ich frage mich: Wenn ich das ab jetzt immer so mache, dann ist doch jeder Moment richtig gut, oder? Also das ganze Leben lang?

Ich nehme noch einen Atemzug. Drehe mich im Kreis wie als kleines Mädchen. Es funktioniert.