Der Zwischenmensch

Ich hatte so einen. Vielleicht auch zwei oder drei. Ich bin bin mir sicher, viele hatten so einen.

Und jetzt bin ich deiner.

Dein Zwischenmensch.

Bei bei mir war das so.

Liebeskummer.

Kein Zurück, noch kein Nachvorneschauen. Also sah ich ihn nicht. Auch wenn er immer da war. Direkt vor meiner Nase. Neben mir, vor mir, hinter mir. Meine Stütze, mein Schatten.

Er, der einfach nicht locker gelassen hat. Er, der alles wusste und trotzdem blieb. Er, der mich in den Arm nahm, wenn ich weinte. Den ich in den Arm nahm, weil er mich zum Lachen brachte. Endlich wieder.

Er war so vieles, aber dennoch nicht alles. Immer zu wenig. Denn da war kein Platz für ihn. Ich wusste ja nicht einmal wohin mit mir.

Und jetzt, jetzt bist du da. Und ich weiß, wohin mit mir.

Zu dir.

Neben dich, wenn du einschläfst, hinter dich, wenn du aufwachst. Löffelchen. Eng umschlungen. Aber nie eng genug. Ich krieg dich nicht zu greifen, du bist nie ganz hier bei mir, irgendwie immernoch bei ihr. Mein Arm ist nicht lang, dein Herz nicht weit genug.

Ich bin dein Zwischenmensch.

Zwischen dir, zwischen ihr. Zwischen deiner letzten Liebe und irgendeiner neuen.

Werde ich diese sein?

Ich, die nicht locker lässt. Ich, die alles weiß und trotzdem bleibt. Ich, die dich in den Arm nimmt, wenn du weinst. Die du in den Arm nimmst, weil ich dich zum Lachen bringe.

Endlich wieder.

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Ja. Nein. Vielleicht.

Ne, eigentlich will ich ja gar nicht. Oder doch? Und irgendwie geht mir das alles dann doch viel zu schnell.

Muss erstmal warm werden. Herausfinden, wer du überhaupt bist. Und dann kann ich entscheiden, ob ich dich mag. Und dann gehen wir aus. Und dann weiß ich, ob das mit uns was wird. Vielleicht.

Aber jetzt schreibst du nicht. Hab dir um 9:06 Uhr gesmst. „Was machst du heute?“

Versteht man doch, dass das heißt, dass ich was mit dir machen will. Oder?
Und jetzt sitze ich hier und es ist 18:07 Uhr und ich warte auf meine Antwort.

„Was willst du überhaupt? Erst willste, jetzt willste nicht.“
Ich umso mehr.
Oh verdammt, abgeschickt.

18:11 Uhr: „Das gleiche könnte ich dich fragen. Lässt mich hier seit Wochen zappeln, gibst mir das Gefühl als sei es das Schrecklichste mit mir abzuhängen, und jetzt soll ich springen, wie es dir gefällt.“
Ja, das hatte ich scheinbar angenommen. Aber das hatte nichts mit dir zu tun. Mit mir.

Dabei ist ein Kaffe vielleicht wirklich nur ein Kaffee. Nicht das Hochzeitsbuffet.
Und jetzt merke ich, dass ich das gerne hätte. Das Hochzeitsbuffet, es aber nie bekomme, wenn ich nicht bei dem Kaffee anfange.

„Zu spät für einen Kaffee? Kann auch ’ne Limo sein.“ Abgeschickt.