Was nützt die Liebe in Gedanken?

„Sorry, dass es schon wieder nicht klappt. Nächstes Mal.“

Das hat er geschrieben. Was dahintersteckt: „Er gibt nicht auf, mich sehen zu wollen, obwohl er so viel um die Ohren hat.“

Da sind wir Frauen uns sicher, denn wir sind Meister im Interpretieren. Frauen sind die besseren Männer, weil wir sie verstehen.

Auf die Frage, wie die Party ist, auf die er uns nicht mitgenommen hat, antwortet er knapp: „Ganz okay hier.“ Unsere Interpretation: „So richtig cool wäre sie erst, wenn du hier wärst.“ Zur nächsten Party nimmt er uns also gewiss mit.

Wenn ein Mann sagt: „Ich bin nicht bereit für eine neue Beziehung“, gehen bei uns die Alarmglocken an. Denn es heißt aus unserer Sicht ganz klar: „Streng dich an, Babe, DU kannst die Auserwählte sein, die mich von meinem Liebeskummer befreit.“ Das bestätigen uns auch zwei Freundinnen. Die Einschätzung der dritten ignorieren wir, denn sie war anderer Meinung.

WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN?

Selbst wenn er schreibt: „Bis dann“ und damit meint „hoffentlich sehen wir uns bald wieder“, hat er es nicht so geschrieben. Und dafür gibt es einen Grund. Bitte nicht wieder analysieren und interpretieren. Wir können nur mit dem handeln, was er bereit ist zu geben. Wenn es nur zwei Worte sind, entsteht daraus kein Liebesroman. Selbst wenn wir noch so viel Handlung drum herumstricken.

Himbeeren. Wir könnten damit ’ne Eis-Torte machen, wissen aber nicht, wie man backt. Dreißig weitere Zutaten fehlen. Also essen wir sie doch so. Die Himbeeren.

Die Realität ist bitter. So lange es Himbeeren gibt, ist sie bloß bittersüß.

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