Die Liebe ist nicht da, um zu lieben

„Der ist kaputt, kann ich den zurückgeben? Ich hätte gerne alles einmal neu. Das Komplettpaket.“

Sie über ihn: „Er sieht mich nicht mehr, regt mich auf, nimmt mir die Luft zum Atmen. Er ist immer überall. Neben mir, vor mir, im Weg. Nur, wenn ich ihn brauche, ist er nicht da. Er macht mich nicht mehr glücklich. Ich hätte gerne alles neu. Alles auf Anfang. Mehr verliebt statt Alltag. Er checkt’s nicht. Er muss das doch merken.“

Schon hart, wenn man alles hat, alles läuft und alles für selbstverständlich nimmt. Selbst ihn. Seine Liebe.

Die Liebe würde meckern, sie, die Frau, im Gegenzug fragen: „Aber was machst du? Machst du ihn glücklich? Willst du ihn überhaupt glücklich machen? Er ist nicht kaputt. Er muss nicht neu. Er ist kein Küchengerät, geparkt zwischen Milchaufschäumer und Thermomix oberhalb der Einmachgläser, wo du seit Jahren neben Johannisbeergelee seine Bedürfnisse konservierst. Er ist nicht darauf programmiert, dich glücklich zu machen. Aber du, du könntest hin und wieder etwas netter zu ihm sein. Ihm das geben, was du vermisst. Ihn glücklich machen.“

Aber die Liebe meckert ja nicht. Liebe fragt nicht, sondern antwortet. Schon bald. Wenn sie, die Frau, nicht aufhört zu wollen, sondern endlich anfängt zu geben.

Die Liebe ist nicht da, um zu lieben. Die Liebe ist da, um geliebt zu werden.

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