Lass‘ los, was dich nie gehalten hat

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Ach Kind, nun nimm meine Hand und lass‘ aber los.

Lass‘ los. Die, auf die du gebaut hast. Die, auf deren Wort du gesetzt hast. Die, mit denen du Jahre geteilt hast. Jetzt teilen die Jahre euch.

Ich weiß, es ist schwer. Aber du weißt, ich bin da. Nun nimm meine Hand. Aber lass‘ endlich los.

Die falschen Freunde. Die Vergangenheit. Die alte Liebe. Nicht dich. Niemals dich. Ich halte dich.

Es war alles echt. Jetzt ist es vorbei.

Dein Herz ist gebrochen, aber ich höre es schlagen.

Ja, du hast Fehler gemacht. Doch dein größter Fehler ist, dass du dir nicht verzeihst. Und der größte von allen wird sein, dass du das zu spät siehst. Das Leben gibt dir eine Chance und nun ergreif‘ sie doch. Hier. Nun nimm meine Hand.

Hör‘ auf dir Leid zutun. Hör‘ auf zu nölen. Hör‘ auf zu heulen. Blick‘ nicht ins Meer als wäre es ein Ungeheuer, das dich gleich verschlingt. Die Wellen sind klein, du kannst sie reiten. Spring. Spring, so lange die Sonne scheint und das Wasser warm ist.

Ich lass‘ auch kurz los.

Perspektivenwechsel.

Da. Schau aufs Land. Schau, wo du gesessen hast. Schau auf dein Leben. Siehst du dich dort sitzen? Siehst du das Panorama der Stadt, die du so liebst? Da hinter dir. Die Straßen, die du noch nie gegangen bist? Diesen Winkel? Diese Ecke? Du hast noch so viel zu entdecken.

Augen auf. Es sind keine Tränen. Es ist Salzwasser.

Mach‘ jetzt los.

Halte, was dich hält.

Lass‘ los, was dich nie gehalten hat.

Lass‘ endlich los. Und halt‘ mich fest.

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Kein wir, dafür mehr ich

  

Soll ich lachen oder weinen?

Vor einem Jahr erschien meine erste Kolumne in der B.Z. am Sonntag. Und was soll ich sagen, einen Kerl habe ich immer noch nicht. Schlimm?

„Als er gegangen ist, hat er mich mitgenommen. Nichts von mir ist übrig geblieben. Außer ein Stift und Papier. Deshalb schreibe ich.“

Das waren meine ersten Rosaroten Zeilen.

Stand jetzt: Er ist immer noch weg. Aber ich bin ein ganzes Stück weiter gekommen. Ohne ihn. Unterwegs in Dubai gestoppt, in Thailand gestrandet, die Wellen der Nordsee bezwungen, und dabei so viel mehr.

Und irgendwo zwischen dem dritten Felsen in Maya Bay und dem vierten Guinness in diesem einen Pub in Dublin habe ich mich selbst wieder gefunden. Klingt kitschig. Mega. Ich weiß. Aber ist wahr. Und schön.

Mit jedem Wort mehr, das ich hier geschrieben habe, ist er ein bisschen mehr verschwunden. Superschön. Und ihr lest diese Wörter auch noch. Am schönsten.

Dafür danke. An euch. Und an euch. Die, die nicht Teil meines Lebens, aber Teil meiner Kolumne wurden. Die Kerle. Den Mützenmann, der die Grammatik nicht beherrscht, den Yoga-Lehrer, von dem man mehr als Downward Facing Dog lernen kann – wenn man will! Den, den wir nie beachtet haben. Und den, der noch kommen wird.

Vorhang auf. Für mehr ich, weniger er. Mehr Spaß, weniger Tränen. Rosarot statt blauschwarz.

Einen Kerl habe ich immer noch nicht. Egal.

„No boys, no cry“ heißt es doch.

Lachen oder weinen? Ich lache. 

„Ich schlage jeden Tag eine neue Seite auf, aber die Kleckse scheinen durch“

Ein Erdmännchen-Kalender war in dem Päckchen, das nun auf dem Weg zu ihm ist. Weil er meinte, dass ich morgens verschlafen wie eins von ihnen aussehe.

Ein Kalender, dessen Tage wir nicht mehr gemeinsam zählen…

…Hier geht es weiter zu meiner wöchentichen BZ-am-Sonntag und BILD.de-Kolumne.

Die Vergangenheit mit der Post verschicken

Ich möchte ja, aber ich kann nicht. Dreizehn Monate und fünf Tage ist es her, dass ich die Tür hinter mir zugemacht habe. Er hinter mir. Die Zukunft vor mir.

Dachte ich. Doch jetzt ist vor mir immer noch er. Und nur er. Und die Frage, warum ich gemacht habe, was ich gemacht habe. Ob ich nicht hätte noch bleiben können, versuchen können, ausharren können.

Doch ich musste raus. Denn mein ICH hatte sich in diesem WIR schon längst verloren.

Rauf auf mein Skateboard, ziellos durch die Großstadt. Durchatmen. Fragen beantworten. Nach jeder Ecke fühle ich mich freier, kriege wieder Luft. Doch kaum komme ich zurück in meine 40-Quadratmeter-Wohnung mit rosa Wänden, sind die grauen Gedanken wieder da. Ich kann noch so weit laufen…

HIER geht der Text weiter. In meiner wöchentlichen BZ-am-Sonntag und BILD.de-Kolumne…

#Loslassen

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Wenn jemand geboren wird, empfangen wir ihn mit offenen Armen.
Wenn jemand stirbt, stehen wir mit verschränkten Armen vor dem Grab, hüllen unseren Schmerz in schwarz, um ihn mit der Masse der Trauernden zu verschmelzen.

Bis hierhin verlief das Leben so schnell. Jetzt kommen wir nur noch langsam voran.

Wir können versuchen noch so schnell zu laufen – von hier an Schneckentempo.
Nur wenn wir es schaffen für einen kurzen Moment den Blick zu heben und um uns zu schauen, sehen wir, dass die Welt sich weiterdreht.

Wenn wir zurückschauen, werden wir immer Dich sehen.
Daran ändert sich nicht.

Als du gegangen bist, ging ein Stück in mir verloren. Aber ich bin noch da. Ein neues Jahr ist vorüber. Zeit loszulassen.
Amor vincit omnia.

Lass los, Baby!

Alte Klamotten sind wie Ex-Freunde. Siehst du sie an einer anderen Frau, willst du sie wieder haben.

Das musste ich feststellen, als ich mit meiner Freundin Caro auf dem Flohmarkt am Berliner Maybachufer Altlasten loswerden wollte.

 

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Meine CD „Bravo Hits 15“ mit Spice Girls, Kelly Family und Caught in the Act konnte ich übrigens nicht an den Mann bringen.
Alles hat seine Zeit. Und manches kommt eben nicht wieder.

Die Musik der Neunziger nicht, der Ex-Freund auch nicht.
Aber meine alte Lederjacke, die habe ich behalten.

 

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Meinen Flohmarkt-Report könnt Ihr hier lesen.

P.S.: Nein, der süße Kunde unten hat sich nicht in mich verliebt. Die „Bravo Hits 15“ wollte er auch nicht.

Dafür habe ich jetzt einen Ohrwurm von den Spice Girls: „If you wannabe my lover …“

 

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Fotos: Ralf Lutter, Evelyn Rosar