Jetzt mag ich den Regen – wegen dir

Eigentlich hasse ich den Regen. Jetzt mag ich ihn. Wegen dir.

Adalbertstraße, Kreuzberg, dein Peugeot 206. Draußen regnet es. Berlin geht unter, aber wir nicht. Denn wir sitzen drin. Dein Auto wird zum Boot. Wir schwimmen mit, tauchen ab. In unsere eigene Welt.

3.25 Minuten. So lange dauert das Lied, das du angemacht hast. Ich weiß nicht, wie es heißt, aber ich weiß, dass es ruhig war, während es draußen ganz laut war. Zumindest sah das durch die beschlagenen Scheiben so aus, auf die die dicken Tropfen fielen. Verschwommen: Rennende Menschen mit Zeitungen über dem Kopf, den Mund auf. Irgendwas rufen sie sich zu, fluchen vielleicht. Über das Sau-Wetter wahrscheinlich. Ich fluche nicht. Du fluchst nicht.

3.25 Minuten wird Berlin zum Musikvideo. Jeder Tropfen ein anderer Bildschirm mit eigener Story und passendem Soundtrack. Ich nehme die Umgebung ganz anders war.

Alles läuft in Zeitlupe. Kurz bleibt sie stehen. Jetzt. Du hältst meine Hand. Ich den Atem. Den Regen höre ich nicht. Die Scheiben sind nun ganz beschlagen. Den Regen sehe ich nicht mehr. Ich rieche das Parfum an deinem Hals. Ich spüre den Bass des Liedes, oder ist es dein Herzschlag? Ich schmecke ein bißchen Liebe.

3.25 Minuten. Ewigkeit gefangen in einem Moment. Eigentlich hasse ich den Regen. Jetzt mag ich ihn. Kreuzberg, die Adalbertstraße, deinen Peugeot, den Song, den Moment. Dich.

3.26 Minuten. Ich höre keinen Regen, ich höre immer noch das Lied, von dem ich gar nicht wissen muss, wie es heißt. Ich sitze immer noch in deinem Auto. Wenn du losfährst, fahre ich mit. Egal wohin.